Augenoptik

Ein Optikergeschäft einrichten: fünf Meter, die über den Grundriss entscheiden.

Verkaufsfläche, Refraktion, Werkstatt und Anpassung — geplant und gebaut über einen Vertragspartner. Für Geschäfte in Wetzlar, Gießen und im Lahn-Dill-Kreis.

Verkaufsfläche eines Optikergeschäfts mit beidseitigen beleuchteten Fassungswänden, Beratungstisch mit Spiegel und Vitrineninsel
Gestaltungsbeispiel

Der Raum, der den Laden bestimmt: die Refraktion.

Fast jede Ladenfläche ist zu kurz für die Prüfentfernung, die eine Refraktion braucht. Das ist kein Problem — aber es ist die Entscheidung, die als Erste fällt, weil sich der übrige Grundriss danach richtet.

Die Prüfdistanz liegt bei etwa fünf Metern. Nur wenige Mieteinheiten geben einen Raum in dieser Länge her, und wo sie es tun, liegt er selten dort, wo man ihn haben will. Der übliche Weg ist deshalb, den Weg des Lichts zu falten: Ein Spiegel an der Stirnwand halbiert die nötige Raumtiefe. Aus fünf Metern werden gut zweieinhalb.

Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist in Wahrheit die Stellschraube für die ganze Fläche. Denn dieser Raum muss außerdem abdunkelbar sein, ruhig liegen und vom Verkaufsraum aus erreichbar, ohne dass ein Kunde mitten hindurchläuft. Wo er liegt, entscheidet, wo Werkstatt, Anpassplatz und Verkaufsfläche übrig bleiben — nicht umgekehrt.

Was in der Augenoptik vorher feststehen muss

Acht Punkte, die den Grundriss festlegen. Wer sie erst nach der Anmietung klärt, verschiebt am Ende Wände statt Möbel.

Beim Ortstermin gehen wir jeden davon mit Ihnen durch — mit Zollstock und Ihren Gerätedatenblättern, nicht am Telefon.

  • Prüfentfernung und Spiegelweg — die tatsächliche Länge messen wir beim Ortstermin, gemeinsam mit Ihnen und Ihren Geräten. Danach steht fest, ob der Raum direkt oder über Spiegel arbeitet und wie tief er werden muss.
  • Abdunkelung und blendfreies Licht — der Refraktionsraum braucht eine vollständige Verdunkelung und eine dimmbare, indirekte Beleuchtung ohne Reflexe im Sichtfeld. Ein Fenster ist dort kein Vorteil, sondern eine Aufgabe.
  • Anschlüsse am Messplatz — Geräte, Stuhl und Sehzeichenprojektion hängen an einem Punkt. Steckdosen und Datenleitungen legen wir dorthin, wo die Geräte tatsächlich stehen, nachdem geklärt ist, von welcher Seite Sie arbeiten.
  • Werkstatt mit Wasser und Absaugung — der Schleifautomat braucht Zulauf, Ablauf und einen eigenen Stromkreis, dazu einen Platz für das Wartungsintervall. Das ist der Punkt, an dem eine Ladenfläche ohne vorhandene Wasserleitung teuer wird, und deshalb prüfen wir ihn zuerst.
  • Verkaufsbeleuchtung mit hoher Farbwiedergabe — Fassungen werden über Material und Farbe verkauft. Licht, das Farben verfälscht, kostet Abschlüsse. Zusätzlich braucht jede Präsentationsfläche eine eigene Lichtebene, sonst wirkt die Wand flach.
  • Anpassplatz mit definiertem Licht — Spiegel, Sitzhöhe und eine Beleuchtung, die das Gesicht gleichmäßig ausleuchtet, ohne von oben Schatten zu werfen. Wer sich hier zum ersten Mal mit neuer Fassung sieht, entscheidet in dieser Sekunde.
  • Ein diskreter Bereich für Kontaktlinsen — mit eigenem Handwaschbecken, Sitzplatz und Sichtschutz. Erstanpassungen dauern, und niemand übt das Einsetzen gern im Blickfeld der Verkaufsfläche.
  • Schaufenster und Sonnenschutz — Fassungen und Gläser bleiben tagelang im Licht. Ohne Schutz vor direkter Sonne verändern sich Farben und Materialien, und die Fläche direkt hinter der Scheibe wird im Sommer unbenutzbar.

Wir bauen den Raum. Ihre Geräte kennen Sie besser.

Welche Abstände, Anschlüsse und Aufstellbedingungen Ihre Messtechnik verlangt, steht in deren Unterlagen und unterscheidet sich je nach Hersteller erheblich. Das ist Ihre fachliche Seite, und wir maßen sie uns nicht an.

Unsere Aufgabe ist die bauliche: Räume, Anschlüsse, Licht und Wege so anzulegen, dass Ihre Geräte dort stehen können, wo sie hingehören. Bringen Sie die Datenblätter mit zum Ortstermin — daraus entsteht der Grundriss, nicht andersherum.

Refraktionsraum mit Untersuchungsstuhl, Messgerät am Wandarm und großem Spiegel an der dunklen Stirnwand, der die Prüfentfernung halbiert
Gestaltungsbeispiel

Fragen aus der Augenoptik

Meine Fläche ist zu klein für einen eigenen Refraktionsraum.

Mit Spiegelweg kommen Sie auf etwa zweieinhalb Meter Raumtiefe, und das lässt sich in den meisten Ladenflächen unterbringen — oft dort, wo sonst Lager entstanden wäre. Wir messen beim Ortstermin nach und zeigen Ihnen im Grundriss zwei Varianten, wie viel Verkaufsfläche jede davon kostet. Danach entscheiden Sie mit Zahlen statt mit Gefühl.

Die Fläche hat kein Wasser. Wie schlimm ist das?

Das hängt allein davon ab, wie weit die nächste Leitung entfernt ist und ob dazwischen tragende Bauteile oder fremde Mietflächen liegen. Innerhalb derselben Einheit ist es meist überschaubar, über mehrere Räume hinweg wird es der größte Einzelposten. Wir sehen uns das vor der Anmietung an und sagen Ihnen eine Größenordnung, bevor Sie unterschreiben.

Ich übernehme ein bestehendes Geschäft.

Dann prüfen wir zuerst, was von der vorhandenen Einrichtung mit Ihrer Handschrift zusammengeht und was nicht. Präsentationswände und Tresen lassen sich oft weiterverwenden, wenn die Beleuchtung erneuert wird — das ist der Posten, der bei Übernahmen am häufigsten unterschätzt wird und gleichzeitig die größte sichtbare Wirkung hat.

Kann ich während des Umbaus geöffnet bleiben?

Teilweise. Werkstatt und Refraktion lassen sich meist getrennt von der Verkaufsfläche bearbeiten, sodass Sie eingeschränkt weiterarbeiten. Beim Neuaufbau der Verkaufsfläche selbst ist eine Schließzeit fast immer der günstigere Weg, weil zonenweises Arbeiten die Bauzeit deutlich verlängert. Wir rechnen Ihnen beide Varianten durch.

Läden, Praxen, Büros.

Verwandte Aufgaben, andere Anforderungen. Der Ablauf und der Ansprechpartner bleiben dieselben.

Ladenbau · Praxiseinrichtung · Büroeinrichtung

Kassenbereich mit Tresen, Rückwand und abgesetzter Beleuchtung
Kassenbereich — Gestaltungsbeispiel