Tattoo und Piercing
Ein Tattoo-Studio einrichten, das jede Kontrolle übersteht.
Arbeitsräume, Aufbereitung, Empfang und Lager — geplant und gebaut über einen Vertragspartner. Für Studios in Wetzlar, Gießen und im Lahn-Dill-Kreis.
Der Unterschied zwischen sauber und reinigbar.
Ein Studio kann tadellos aussehen und trotzdem durch die Prüfung fallen. Nicht weil schlecht geputzt wurde, sondern weil die Räume so gebaut sind, dass sie sich nicht richtig reinigen lassen.
Der Unterschied liegt an wenigen Stellen, und alle davon sind bauliche Entscheidungen: Fugen, offene Regale, Textilien, Holz mit offenen Poren, ein Waschbecken am falschen Platz. Jedes einzelne davon ist im laufenden Betrieb kaum noch zu korrigieren, weil die Alternative nicht Putzen heißt, sondern Umbauen.
Die zweite Sache, die im Grundriss entschieden wird, ist der Weg der Dinge. Was benutzt wurde, und was steril bereitliegt, dürfen sich nicht auf derselben Fläche begegnen. Diese Trennung entsteht nicht durch Beschriftung, sondern durch die Anordnung: eine Richtung, in der gearbeitet wird, und genügend Fläche, damit man sie einhalten kann, auch wenn es schnell gehen muss.
Was im Tattoo-Studio vorher feststehen muss
Acht Punkte, an denen sich später entscheidet, ob eine Kontrolle glattgeht. Keiner davon lässt sich nachträglich putzen — sie werden gebaut oder eben nicht.
Beim Ortstermin gehen wir jeden davon mit Ihnen durch. Bringen Sie mit, was Sie mit dem Gesundheitsamt besprochen haben.
- Geschlossene, wischbare Oberflächen — Wände, Möbelfronten und Arbeitsplatten müssen Desinfektionsmittel täglich vertragen. Offenporiges Holz, Sichtbeton, raue Putze und textile Bezüge sehen im Studio gut aus und sind hier die falsche Wahl. Sichtbares Holz planen wir dort ein, wo nicht gearbeitet wird.
- Boden ohne Fugen, an der Wand hochgezogen — nahtlos verlegt mit einer gerundeten Hohlkehle statt einer Sockelleiste. Die Ecke zwischen Boden und Wand ist sonst die Stelle, an der jede Kontrolle zuerst hinsieht.
- Handwaschplatz im Arbeitsraum — nicht im Flur, nicht im WC. Mit berührungsloser oder Ellenbogenarmatur, Spender für Seife und Desinfektion in Reichweite, Einmalhandtüchern und einem Spritzschutz an der Wand.
- Getrennte Flächen für rein und unrein — eine durchgehende Arbeitszeile, an deren einem Ende aufbereitet und an deren anderem Ende steril gelagert wird. Wenn die Fläche keinen eigenen Raum hergibt, planen wir eine abgesetzte Zone mit eigener Wegeführung.
- Liege von allen Seiten zugänglich — mit Arbeitsweg rundum und Platz für den Hocker, auch wenn sie schräg im Raum steht. Motive an Rücken oder Bein brauchen mehr Raum, als der Grundriss auf dem Papier vermuten lässt.
- Licht, das Farben nicht verfälscht — hohe Beleuchtungsstärke direkt am Arbeitsbereich, blendfrei, mit sehr guter Farbwiedergabe und einer zusätzlichen beweglichen Leuchte. Was unter falschem Licht gestochen wird, sieht draußen anders aus.
- Sichtschutz statt Vorhang — Kunden liegen teils entkleidet. Feste Trennwände oder Kabinen lassen sich reinigen, Textilien nicht. Blickachsen vom Empfang und von der Tür prüfen wir im Grundriss.
- Lager und Entsorgung — abschließbarer Platz für Farben und Sterilgut, ein fester Standort für den Behälter für spitze und scharfe Gegenstände, und ein Weg, auf dem Abfall hinausgeht, ohne durch den Arbeitsbereich zu führen.
Wir bauen die Räume. Der Hygieneplan bleibt Ihrer.
Welche Anforderungen für Ihr Studio gelten, legt das zuständige Gesundheitsamt fest, und sie unterscheiden sich je nach Leistungsangebot und Landkreis. Das ist Ihre fachliche Verantwortung, und wir maßen sie uns nicht an.
Unsere Aufgabe ist die bauliche Seite: Oberflächen, Anschlüsse, Flächen und Wege so anzulegen, dass Ihr Hygieneplan im Alltag einhaltbar ist — und nicht etwas, gegen das Sie jeden Tag arbeiten. Der beste Zeitpunkt für ein Gespräch mit dem Amt ist vor dem Umbau. Was dort besprochen wird, setzen wir um.
Fragen aus dem Tattoo-Bereich
Muss die Aufbereitung ein eigener Raum sein?
Das entscheidet Ihr Gesundheitsamt und hängt davon ab, ob Sie selbst aufbereiten oder ausschließlich mit Einwegmaterial und fertig sterilem Zubehör arbeiten. Baulich planen wir beides: einen eigenen Raum, wenn die Fläche ihn hergibt, sonst eine klar abgesetzte Zone mit eigener Arbeitszeile. Klären Sie die Anforderung vor dem Umbau — nachträglich eine Wand zu setzen ist teurer als sie gleich mitzubauen.
Ich will Sichtbeton und rohes Holz, das gehört zum Stil.
Im Empfang, im Wartebereich und an Wänden ohne Arbeitsfläche ist das gut machbar, und wir planen es gern ein — die Wirkung des Studios ist ein Teil Ihres Geschäfts. Im Arbeitsraum und in der Aufbereitung geht es nicht: Was Desinfektionsmittel nicht verträgt, hält dort kein Jahr. Wir zeigen Ihnen beim Ortstermin Oberflächen, die roh aussehen und trotzdem geschlossen sind — davon gibt es mehr, als die meisten erwarten.
Ich arbeite bisher allein und will auf zwei Plätze erweitern.
Dann ist die entscheidende Frage nicht die Fläche, sondern der zweite Handwaschplatz und ob beide Plätze getrennte Sichtachsen bekommen. Beides betrifft Wasser und Grundriss, also die teuren Gewerke. Wir rechnen Ihnen durch, was es kostet, das jetzt gleich mitzubauen, statt in zwei Jahren erneut aufzumachen.
Ich miete gerade an. Worauf soll ich achten?
Auf Wasser und Abwasser. Ein Handwaschplatz im Arbeitsraum braucht Zu- und Ablauf, und ob die in erreichbarer Nähe liegen, entscheidet über einen erheblichen Teil der Kosten. Wir sehen uns ein Objekt auch vor der Unterschrift an und sagen Ihnen, ob sich Ihr Studio dort überhaupt darstellen lässt. Das kostet Sie nichts.
Kosmetik, Nagel, Friseur.
Verwandte Räume, andere Anforderungen. Der Ablauf und der Ansprechpartner bleiben dieselben.