Pflege und Betreutes Wohnen
Ein Pflegeheim einrichten, während die Bewohner darin wohnen.
Bewohnerzimmer, Aufenthaltsbereiche und Verwaltung — zimmerweise möbliert, ohne dass jemand ausziehen muss. Regional komplett, Möbelmontage deutschlandweit.
Der Unterschied zum Hotel: Der Bewohner kann nicht ausweichen.
Ein Hotelgast zieht für drei Tage in ein anderes Zimmer. Ein Bewohner lebt hier — oft seit Jahren, häufig nicht mehr mobil, manchmal mit Demenz. Ein Umzug innerhalb des Hauses ist für ihn kein Vorgang, sondern ein Einschnitt.
Das bestimmt den ganzen Ablauf. Wir arbeiten zimmerweise und geben jedes Zimmer am selben Tag wieder frei, an dem wir es geräumt haben. Wo das nicht geht, stimmen wir mit der Pflegedienstleitung ab, welche Bewohner einen Wechsel verkraften und welche nicht — und planen die Reihenfolge danach, nicht nach dem kürzesten Weg für uns.
Dazu kommt: Im Haus wird rund um die Uhr gearbeitet. Es gibt keine Randzeiten wie im Büro und keine Nebensaison wie im Hotel. Lärm, Staub und versperrte Flure wiegen hier schwerer als überall sonst.
Was in der Pflege vorher feststehen muss
Acht Punkte, die in einem gewöhnlichen Möblierungsauftrag nicht vorkommen. Alle haben mit den Menschen zu tun, die dort leben.
Beim Ortstermin gehen wir sie mit Ihnen und Ihrer Pflegedienstleitung durch.
- Bewegungsfläche neben und am Fußende des Betts — ein Rollstuhl braucht Wendekreis, ein Lifter braucht Platz zum Anfahren, und zwei Pflegekräfte müssen gleichzeitig arbeiten können. Das ist keine Komfortfrage, sondern entscheidet darüber, ob im Zimmer überhaupt gepflegt werden kann.
- Maße rund um das Pflegebett — Pflegebetten sind breiter und höhenverstellbar. Nachtschrank, Steckdosen und Rufanlage müssen in jeder Betthöhe erreichbar bleiben, auch wenn das Bett hochgefahren ist.
- Griffe statt Knäufe, Kanten gerundet — Möbel werden hier als Stütze benutzt, ob dafür gedacht oder nicht. Große Griffmulden lassen sich mit eingeschränkter Handkraft öffnen, gerundete Kanten verhindern Verletzungen beim Anstoßen.
- Kontraste für die Orientierung — bei nachlassendem Sehvermögen und bei Demenz hilft es, wenn sich Tür, Zarge, Boden und Sockelleiste farblich voneinander abheben. Ton in Ton sieht ruhig aus und lässt Menschen im eigenen Zimmer die Tür nicht finden.
- Sitzmöbel mit hoher Sitzfläche und Armlehnen — wer allein aufstehen können soll, braucht beides. Ein tiefer Sessel ohne Armlehnen macht aus einem selbstständigen Bewohner einen, der klingeln muss.
- Desinfizierbare Oberflächen — geschlossen, fugenarm, beständig gegen die täglich verwendeten Mittel. Offenporiges Holz und textile Bezüge halten das nicht durch.
- Rufanlage und Elektrik — Positionen von Handset, Zugtaster und Steckdosen liegen fest und dürfen durch neue Möbel nicht verdeckt werden. Was verlegt werden muss, wird vor der Möblierung verlegt.
- Boden ohne Stolperstellen — nahtlos, rutschhemmend, ohne Übergangsprofile in Laufwegen. Jede Kante ist eine potenzielle Sturzstelle, und ein Sturz kostet mehr als der ganze Bodenbelag.
Wir bauen die Räume. Die Pflegekonzeption ist Ihre.
Was Ihr Haus im Einzelnen erfüllen muss, ergibt sich aus dem hessischen Betreuungs- und Pflegegesetz, aus Ihrer Konzeption und aus den Auflagen Ihrer Aufsicht. Das ist Ihre fachliche Verantwortung, und wir maßen sie uns nicht an.
Unsere Aufgabe ist die bauliche und die logistische: Flächen, Oberflächen, Anschlüsse und ein Ablauf, der Ihren Betrieb so wenig stört wie möglich. Bringen Sie zum Ortstermin mit, was aus der letzten Begehung offen ist — daraus wird die Reihenfolge.
Fragen aus der Pflege
Müssen Bewohner während der Arbeiten ausziehen?
In der Regel nicht für mehr als einen Tag. Wir räumen ein Zimmer morgens, montieren und geben es am selben Abend wieder frei. Der Bewohner verbringt den Tag im Aufenthaltsbereich oder in einem Ausweichzimmer. Wo das nicht geht — bei Bettlägerigkeit oder starker Unruhe — planen wir mit Ihnen einen anderen Weg, statt es zu erzwingen.
Wie gehen Sie mit persönlichen Gegenständen um?
Sie werden vor Beginn gemeinsam mit dem Pflegepersonal in beschriftete Kisten geräumt und danach wieder eingeräumt — nicht von uns allein, weil nur Ihre Mitarbeiter wissen, was wo hingehört und was einem Bewohner wichtig ist. Das kostet eine halbe Stunde je Zimmer und verhindert den Ärger, der sonst sicher kommt.
Wir wollen erst eine Etage machen und dann entscheiden.
Das ist der Weg, den wir ohnehin vorschlagen. Eine Etage oder auch nur ein Musterzimmer, komplett fertig und von Ihnen abgenommen. Danach steht fest, was ein Zimmer kostet und wie lange es dauert — und Sie entscheiden über den Rest mit Zahlen statt mit einem Angebot.
Was ist mit Brandschutz bei Polstermöbeln?
Welche Anforderungen für Ihr Haus gelten, steht in Ihrem Brandschutzkonzept und wird von der zuständigen Stelle geprüft. Wir beschaffen Möbel mit den Nachweisen, die Sie vorgeben, und legen sie Ihnen vor der Bestellung vor. Was zulässig ist, entscheiden wir nicht.