Sanitätshaus

Sanitätshaus einrichten: Der Wendekreis bestimmt die Fläche.

Verkaufsraum, Anproberäume, Werkstatt und Lager — geplant und gebaut über einen Vertragspartner. Wetzlar, Gießen, Marburg und 100 km Umkreis.

Verkaufsraum eines Sanitätshauses mit breiter Anprobekabine, Haltegriffen in zwei Höhen, niedrigen Regalen in Reichweite und breitem hindernisfreiem Gang
Gestaltungsbeispiel

Jeder Zentimeter Gang ist verkaufte Fläche — oder eben nicht.

In keinem anderen Ladengeschäft ist die Bewegungsfläche so wenig verhandelbar. Ein Rollstuhl braucht anderthalb Meter Wendekreis, ein Rollator dreht anders, eine Begleitperson geht daneben statt dahinter.

Daraus folgt eine unangenehme Rechnung: Was an Gangbreite gebraucht wird, steht für Regale nicht zur Verfügung. Wer die Fläche wie einen normalen Laden plant und die Barrierefreiheit hinterher darüberlegt, verliert entweder Verkaufsfläche oder die Nutzbarkeit — meist beides.

Deshalb planen wir hier von den Wegen aus, nicht von den Regalen. Zuerst steht fest, wie sich jemand mit Rollstuhl durch den Raum bewegt, wo er wenden kann und wie er in die Anprobe kommt. Erst danach wird eingeräumt. Das Ergebnis hat weniger laufende Meter Regal, aber jeder davon ist erreichbar.

Der zweite Punkt ist die Höhe. Was über anderthalb Metern hängt, ist im Sitzen weder sichtbar noch greifbar. Eine Regalwand, die bis zur Decke geht, sieht großzügig aus und verkauft in der oberen Hälfte nichts.

Was vor der Planung feststehen muss

Sieben Punkte, die den Grundriss bestimmen. Fast alle folgen aus der Bewegung, nicht aus der Gestaltung.

Beim Ortstermin gehen wir sie mit Ihnen durch — mit Ihrem Sortiment und dem Grundriss des Objekts.

  • Der Weg von draußen herein — Schwelle, Türbreite, Türöffner. Eine Stufe am Eingang macht jede innere Planung gegenstandslos. Das prüfen wir vor der Anmietung, nicht danach.
  • Wendekreise im Verkaufsraum — wo kann jemand umkehren, ohne rückwärts zu fahren. Zwei Wendepunkte im Raum sind das Minimum, an den Enden der Hauptgänge.
  • Die Anprobe — sie braucht Platz für Rollstuhl, Begleitperson und eine Sitzgelegenheit, dazu Haltegriffe in zwei Höhen und einen Spiegel, der auch im Sitzen funktioniert. Das ist etwa die doppelte Fläche einer üblichen Umkleide.
  • Greifhöhe der Regale — zwischen vierzig Zentimetern und anderthalb Metern liegt der Bereich, der im Sitzen erreichbar ist. Darüber gehört Lagerware, nicht Verkaufsware.
  • Die Werkstatt — Arbeitsplatz mit Absaugung, Stromkreisen und Lagerfläche für Rohlinge und Fertigteile. Sie sollte kurze Wege zur Anprobe haben, weil Anpassungen mehrfach hin und her gehen.
  • Diskretion beim Beratungsgespräch — über Inkontinenz, Prothesen oder Kompression spricht niemand gern in Hörweite anderer. Ein abgetrennter Beratungsplatz gehört in den Grundriss, nicht in die Improvisation.
  • Der Bodenbelag — rutschhemmend, aber leicht rollbar. Diese beiden Anforderungen schließen die meisten Standardbeläge aus; hochfloriger Teppich und stark strukturierte Fliesen scheiden aus.

Wir bauen den Raum. Die Versorgung ist Ihre Sache.

Welche Anforderungen Ihre Präqualifizierung, Ihre Verträge mit den Kostenträgern und Ihr Leistungsspektrum stellen, wissen Sie besser als wir. Das ist Ihre fachliche Seite.

Unsere Aufgabe ist die bauliche: Wege, Flächen, Anschlüsse und Oberflächen so anzulegen, dass Ihre Kundschaft sich selbstständig bewegen kann und Ihr Personal kurze Wege hat. Bringen Sie Ihre Anforderungen mit zum Ortstermin — daraus entsteht der Grundriss.

Raum vor dem Ausbau mit Lasermessgerät auf einem Stativ, Zollstock und Klemmbrett auf der Fensterbank
Aufmaß vor der Planung — Gestaltungsbeispiel

Fragen aus dem Sanitätsfachhandel

Meine Fläche ist zu klein für breite Gänge.

Dann arbeiten wir mit einem durchgehenden Hauptgang und schmaleren Nebengängen statt mit gleichmäßigem Raster. Wichtig sind zwei Dinge: ein Weg, auf dem jeder bis zur Anprobe und zur Kasse kommt, und zwei Stellen zum Wenden. Beim Ortstermin zeigen wir Ihnen im Grundriss, was das an Regalmetern kostet.

Wir übernehmen ein bestehendes Geschäft.

Dann prüfen wir zuerst Eingang und Anprobe — die beiden Punkte, an denen ältere Läden am häufigsten scheitern und die sich am schwersten nachrüsten lassen. Regale und Beleuchtung sind dagegen vergleichsweise einfach zu tauschen.

Können wir während des Umbaus geöffnet bleiben?

Teilweise. Beratung und Anpassung lassen sich in einem abgetrennten Bereich weiterführen. Sobald der Boden oder der Eingang angefasst wird, ist eine Schließzeit der sichere Weg — eine halbe Baustelle ist für Ihre Kundschaft nicht zumutbar.

Wir wollen später Reha-Technik dazunehmen.

Dann planen wir jetzt schon die Fläche und die Anschlüsse mit, auch wenn erst in zwei Jahren gebaut wird. Größere Hilfsmittel brauchen Wendefläche und oft eine Ladestation — nachträglich bedeutet das, den halben Verkaufsraum neu zu ordnen.

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