Praxiseinrichtung

Praxen, die am ersten Tag funktionieren.

Empfang, Behandlungsräume, Wartebereich und Archiv — geplant und gebaut über einen Vertragspartner. Für Ärzte, Therapeuten und Podologen in Mittelhessen.

Praxisempfang mit gerundetem Tresen, erhöhter Ablage als Sichtschutz und Wartebereich mit Sesseln
Gestaltungsbeispiel

Diskretion ist eine bauliche Frage.

Der häufigste Fehler in Praxisgrundrissen: Der Wartebereich liegt in Hörweite des Empfangs. Dann hört jeder mit, worüber am Tresen gesprochen wird.

Das lässt sich planerisch lösen — durch Abstand, durch einen Versatz in der Wegeführung oder durch eine schallabsorbierende Fläche zwischen beiden Zonen. Aber nur, bevor die Wände stehen. Genauso verhält es sich mit dem Sichtschutz am Tresen: Eine erhöhte Ablage verdeckt den Bildschirm, ohne dass Sie eine Wand brauchen.

Je nach Fachrichtung kommen eigene Anforderungen dazu: Physiotherapiepraxen brauchen Kabinen und Trainingsfläche in einem Grundriss, Podologiepraxen einen durchdachten Aufbereitungsraum.

Was davon für Sie zählt, hängt vom Fach ab. In der Zahnmedizin liegen Druckluft, Absaugung und die Position jeder Einheit vor dem Estrich fest, in der Podologie entscheidet die Trennung von reiner und unreiner Seite.

Was wir in Praxen anders planen

Die Punkte, an denen sich eine Praxis von jedem anderen Raum unterscheidet. Sie entscheiden sich in der Planung, nicht bei der Einrichtung.

Beim Ortstermin gehen wir jeden davon mit Ihnen durch — mit Zollstock und Ihrem Leistungsspektrum, nicht mit einem Musterkatalog.

  • Wegeführung — Patienten sollen vom Wartebereich in den Behandlungsraum kommen, ohne an offenen Türen anderer Räume vorbeizugehen. Bei Praxen mit mehreren Behandlern lohnt ein zweiter Weg für das Personal.
  • Empfangstresen — mit erhöhter Ablage als Sichtschutz, ausreichend Arbeitsfläche für zwei Personen, Anschlüssen für Rechner, Drucker und Kartenlesegerät sowie abschließbarem Stauraum.
  • Hygieneoberflächen — dort, wo desinfiziert wird, brauchen Möbelfronten und Arbeitsplatten Oberflächen, die Alkohol vertragen. Nicht jedes schöne Dekor tut das.
  • Fußbodenaufbau — im Behandlungsbereich meist Linoleum oder Kautschuk mit hochgezogener Hohlkehle, damit die Fuge zwischen Boden und Wand nicht zur Schmutzkante wird.
  • Beleuchtung — Behandlungsplätze brauchen deutlich mehr Licht als der Wartebereich, blendfrei und mit guter Farbwiedergabe. Wer Hautbefunde beurteilt, braucht ein Licht, das die Farbe nicht verfälscht.
  • Aktenlagerung — Papierakten brauchen abschließbare Schränke in erreichbarer Nähe zum Empfang. Wir planen die laufenden Meter realistisch, nicht optimistisch.
  • Barrierefreie Zugänglichkeit — Türbreiten, Bewegungsflächen, Schwellen. Bei Praxen mit Kassenzulassung oft nicht verhandelbar. Wir prüfen den Bestand darauf beim Ortstermin.
  • Fluchtwege — Breiten und Türaufschlagrichtungen werden vor der Möblierung geklärt, nicht danach.

Wenn die Liege nicht durchs Treppenhaus passt.

Praxen liegen häufig in Altbauten mit engen Treppenhäusern. Schwere Therapiebänke, Behandlungsstühle und Geräte kommen dort nicht ohne Weiteres hinein — das ist keine Ausnahme, sondern die Regel.

Deshalb gehört der Weg in den Raum zum Aufmaß: Türbreiten, Treppenpodeste, Aufzugmaße und Tragfähigkeit. Daraus ergibt sich, was am Stück geliefert werden kann und was zerlegt und vor Ort montiert wird — und beides steht im Angebot, nicht erst im Lieferschein.

Physiotherapie mit Behandlungsbank, Sprossenwand, Hantelablage und abgetrennter Behandlungskabine
Gestaltungsbeispiel

Mehrere Fachrichtungen unter einem Dach.

Ein medizinisches Versorgungszentrum ist keine große Praxis. Es ist mehrere Praxen, die sich Wege, Empfang und Wartebereich teilen — und genau daran entscheidet sich, ob es im Alltag funktioniert.

Die Aufgabe ist nicht die einzelne Behandlungseinheit, sondern das, was dazwischen liegt. Ein gemeinsamer Empfang muss Anmeldungen für mehrere Fachrichtungen abwickeln, ohne dass Wartende mithören. Wege für Personal, Patienten und Material müssen sich trennen lassen, auch wenn alle dieselbe Tür benutzen. Und wenn eine Fachrichtung auszieht oder eine hinzukommt, darf das nicht den ganzen Grundriss aufreißen.

Deshalb planen wir bei Zentren von vornherein mit teilbaren Einheiten: Anschlüsse an mehr Stellen als zunächst gebraucht, Leerrohre in den Trennwänden, Türen, die sich später abschließen oder öffnen lassen. Das kostet während des Baus wenig und nachträglich sehr viel — dieselbe Überlegung wie bei einer Praxis, die auf Wachstum angelegt ist, nur eine Ebene größer.

Für Träger mit mehreren Standorten kommt hinzu, dass sich Details wiederholen lassen: Wer eine Anmeldung, eine Kabinenbreite und eine Schrankhöhe einmal festgelegt hat, bekommt sie am nächsten Standort ohne neue Abstimmung. Sagen Sie beim Ortstermin, wenn weitere Standorte geplant sind — dann dokumentieren wir entsprechend.

Häufige Fragen zur Praxiseinrichtung

Können wir während des Umbaus weiterbehandeln?

Bei größeren Praxen oft ja — dann arbeiten wir raumweise und trennen die Baustelle staubdicht ab. Bei kleinen Praxen oder wenn Elektrik und Wasser neu gezogen werden, ist eine Schließzeit meist der günstigere Weg. Wir planen sie so, dass sie in Ihre ohnehin geplante Urlaubszeit fällt, wenn das möglich ist.

Was ist mit den Patientenakten während der Bauzeit?

Die müssen verschlossen und unzugänglich bleiben. Wir stimmen vorab ab, ob sie in einem abgetrennten Raum bleiben oder ausgelagert werden — und wer während der Bauzeit Zugang zu welchen Bereichen hat.

Übernehmen Sie die Anforderungen der Hygieneverordnung?

Wir bauen so, dass die üblichen Anforderungen an Oberflächen, Fugen und Reinigbarkeit erfüllt sind, und beraten Sie zu den baulichen Punkten. Was Ihr Hygieneplan im Einzelnen fordert, hängt von Fachrichtung und Bundesland ab — das bringen Sie mit, wir setzen es um.

Wir übernehmen eine bestehende Praxis. Lohnt sich der Umbau?

Meist ja, aber nicht überall gleich. Wenn Anschlüsse und Grundriss passen, reichen oft Oberflächen und Möbel. Wenn die Wegeführung nicht funktioniert, wird es größer. Beim Ortstermin sagen wir Ihnen, was sich mit begrenztem Aufwand deutlich verbessern lässt und was nicht.

Einzelne Fachrichtungen.

Zahnarztpraxis, Apotheke und Physiotherapie stellen jeweils eigene Anforderungen an Anschlüsse, Wege und Oberflächen. Der Ablauf bleibt derselbe.

Zahnarztpraxis · Tierarztpraxis · Apotheke · Physiotherapie · Studioeinrichtung

Offene Büroetage mit vier Arbeitsplätzen, Akustik-Stellwand in Salbeifilz und Sideboardzeile an der Rückwand
Verwaltungsbereich — Gestaltungsbeispiel