Tiermedizin
Tierarztpraxis einrichten: Zwei Wartebereiche, ein Grundriss.
Behandlung, Aufbereitung, Empfang und Wartebereich — geplant und gebaut über einen Vertragspartner. Wetzlar, Gießen, Marburg und 100 km Umkreis.
Der Wartebereich ist der schwierigste Raum.
In keiner anderen Praxis sitzen Patienten im Wartezimmer, die voreinander Angst haben. Wer das erst beim Betrieb merkt, hat den Grundriss falsch angelegt.
Ein Hund, der eine Katzenbox anstarrt, erzeugt Stress auf beiden Seiten — und Stress vor der Behandlung macht die Behandlung schwerer. Deshalb ist die Trennung der Wartebereiche keine Frage des Komforts, sondern der Arbeitsfähigkeit.
Baulich lässt sich das auf mehreren Wegen lösen: zwei getrennte Zonen mit Sichtschutz, erhöhte Ablageflächen für Transportboxen außerhalb der Hundeaugenhöhe, oder ein zweiter Zugang für Notfälle und ängstliche Tiere. Welcher Weg auf Ihre Fläche passt, entscheidet sich am Zuschnitt — und daran, wie viele Behandlungsräume Sie parallel betreiben.
Dazu kommt der zweite Unterschied zur Humanmedizin: Alles muss abwaschbar sein, und zwar wirklich alles. Fugenlose Böden, hochgezogene Sockel, wischbare Wände bis in Spritzhöhe. Ein Bodenbelag mit offenen Fugen ist in einer Tierarztpraxis nach zwei Jahren nicht mehr zu reinigen.
Was vor der Planung feststehen muss
Sieben Punkte, die den Grundriss bestimmen. Fast alle sind Hygiene und Wegeführung, nicht Gestaltung.
Beim Ortstermin gehen wir sie mit Ihnen durch — mit Ihrem Leistungsspektrum und den Plänen des Objekts.
- Ihr Leistungsspektrum — Kleintier, Großtier oder gemischt, mit oder ohne Operation, mit oder ohne stationäre Unterbringung. Davon hängt fast jede weitere Entscheidung ab, und es gehört als Erstes geklärt.
- Getrennte Wartebereiche — ob als zwei Zonen, mit Sichtschutz oder über erhöhte Boxenablagen. Wie viel Fläche das kostet, rechnen wir Ihnen in zwei Varianten vor.
- Der Weg für Notfälle — ein Tier in kritischem Zustand sollte nicht durch das volle Wartezimmer. Ein zweiter Zugang ist selten teuer, wenn er von Anfang an im Plan steht.
- OP und Aufbereitung — wenn Sie operieren, brauchen rein und unrein getrennte Wege, und die Aufbereitung braucht ihre eigene Zeile mit Becken und Anschlüssen. Was Ihre Aufsicht im Einzelnen fordert, bringen Sie mit.
- Röntgen — Strahlenschutz betrifft Wände, Türen und manchmal die Decke. Das ist ein eigener Nachweis und muss vor der Ausführung feststehen, weil er die Wandaufbauten bestimmt.
- Stationäre Unterbringung — Boxen brauchen Wasser, Abfluss und Lüftung, und sie sollten akustisch von Behandlung und Warten getrennt sein. Bellen im Hintergrund kostet Sie jede zweite Beratung.
- Oberflächen und Bodenaufbau — fugenlos, desinfektionsmittelbeständig und rutschhemmend zugleich. Diese drei Anforderungen schließen die meisten Standardbeläge aus; die Auswahl treffen wir gemeinsam vor der Bestellung.
Wir bauen. Ihre Fachvorgaben kennen Sie besser.
Was Ihre Praxis an Hygiene, Strahlenschutz und Arzneimittellagerung erfüllen muss, ergibt sich aus Ihrem Leistungsspektrum und den Vorgaben Ihrer Aufsichtsbehörde. Das ist Ihre fachliche Verantwortung, und wir maßen sie uns nicht an.
Unsere Aufgabe ist die bauliche Seite: Räume, Anschlüsse, Oberflächen und Wege so anzulegen, dass Ihre Vorgaben im Alltag einhaltbar sind, ohne dass Sie täglich dagegen arbeiten. Bringen Sie Ihre Anforderungen mit zum Ortstermin — daraus entsteht der Grundriss.
Fragen aus der Tiermedizin
Meine Fläche ist zu klein für zwei Wartebereiche.
Dann arbeiten wir mit Sichtschutz und Höhe statt mit zwei Räumen: eine abgesetzte Zone mit halbhoher Wand und erhöhten Ablageflächen für Transportboxen bringt den größten Teil des Effekts auf einem Bruchteil der Fläche. Beim Ortstermin zeigen wir Ihnen im Grundriss, was das an Sitzplätzen kostet.
Ich übernehme eine bestehende Praxis.
Dann prüfen wir zuerst Boden und Aufbereitung — das sind die beiden Punkte, die bei Übernahmen am häufigsten am Ende ihrer Nutzungsdauer sind und gleichzeitig am teuersten nachzuholen. Behandlungsmöbel und Empfang lassen sich oft weiterverwenden, wenn die Oberflächen noch dicht sind.
Können wir während des Umbaus weiterbehandeln?
Bei mehreren Behandlungsräumen häufig ja — wir arbeiten raumweise mit staubdichter Abtrennung. Sobald Boden oder Aufbereitung angefasst werden, ist eine Schließzeit meist der günstigere Weg. Wir legen sie in Ihre ruhigste Phase, wenn das möglich ist.
Was ist mit dem Strahlenschutz beim Röntgen?
Den Nachweis erstellt ein Sachverständiger, nicht wir. Was daraus für Wände, Türen und Decke folgt, setzen wir um — und zwar bevor die Wände geschlossen werden. Sagen Sie beim Ortstermin, ob geröntgt wird, dann planen wir den Raum von vornherein danach.
Wir wollen später eine zweite Behandlungseinheit.
Dann legen wir jetzt schon Anschlüsse und Leerrohre dorthin, auch wenn erst in zwei Jahren gebaut wird. Wasser, Abfluss und ausreichende Stromkreise kosten während des Baus wenig und nachträglich sehr viel.
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