Kommunale Gebäude

Feuerwehrhaus einrichten: Die Linie auf dem Boden entscheidet.

Umkleiden, Spindanlagen, Schulungsraum und Aufenthaltsbereich — geplant und gebaut über einen Vertragspartner. Für Städte und Gemeinden im Lahn-Dill-Kreis und Umgebung.

Umkleide eines Feuerwehrhauses mit zwei Reihen offener Spindanlagen in Rot und Anthrazit, Sitzbank und markierter Trennlinie auf dem Boden
Gestaltungsbeispiel

Schwarz-Weiß-Trennung ist eine bauliche Aufgabe.

Kontaminierte Einsatzkleidung und saubere Privatkleidung dürfen sich nicht begegnen. Was in der Vorschrift ein Satz ist, ist im Grundriss eine Wegeführung — und die lässt sich nicht nachträglich einbauen.

Nach dem Einsatz ist die Schutzkleidung mit Brandrauch belastet. Wer damit durch den Aufenthaltsraum geht, trägt die Belastung dorthin, wo gegessen wird. Deshalb braucht ein Feuerwehrhaus zwei getrennte Zonen und dazwischen einen definierten Übergang: schwarz für die belastete Seite, weiß für die saubere.

Baulich heißt das: getrennte Spinde für Einsatz- und Privatkleidung, möglichst in getrennten Räumen. Ein Weg von der Fahrzeughalle in die schwarze Zone, der nicht durch die weiße führt. Dusche und Waschgelegenheit am Übergang. Und Oberflächen, die sich wischen lassen, statt Textilien, die Belastung aufnehmen.

In Bestandsgebäuden ist das die eigentliche Planungsarbeit. Viele Häuser aus den Siebzigern und Achtzigern haben eine Umkleide für alles. Ob sich daraus zwei Zonen machen lassen, entscheidet sich am Zuschnitt und an der Lage der Türen — nicht am Budget.

Was vor der Planung feststehen muss

Sieben Punkte, die den Grundriss bestimmen. Fast alle folgen aus dem Einsatzablauf, nicht aus der Gestaltung.

Beim Ortstermin gehen wir sie mit Ihnen und der Wehrführung durch — die weiß am besten, wo es im Alltag klemmt.

  • Die Stärke der Wehr — wie viele Einsatzkräfte, davon wie viele gleichzeitig in der Umkleide. Daraus ergibt sich die Zahl der Spinde, und daraus die Fläche. Jugendfeuerwehr und Einsatzabteilung getrennt zu rechnen, erspart späteres Nachrüsten.
  • Der Weg aus der Fahrzeughalle — er ist der Ausgangspunkt der schwarzen Zone. Wenn er durch den Aufenthaltsraum führt, ist das der erste Punkt, den wir ändern.
  • Getrennte Spinde — Einsatzkleidung und Privatkleidung brauchen eigene Schränke, belüftet, mit Ablage für Helm und Stiefel. Geschlossene Fronten halten Feuchtigkeit fest; offene oder gelochte Systeme trocknen besser.
  • Dusche am Übergang — sie gehört dorthin, wo die Zone wechselt, nicht ans Ende des Flurs. Das ist eine Frage der Leitungsführung und wird deshalb früh entschieden.
  • Damenumkleide — in vielen Bestandshäusern nicht vorhanden und inzwischen selbstverständlich. Sie braucht eigenen Zugang und eigene Sanitärlage.
  • Schulungsraum — Bestuhlung, Projektion, Verdunkelung und ausreichend Steckdosen. Er wird meist auch für Versammlungen genutzt, was Stapelbarkeit der Möbel nahelegt.
  • Der Boden — belastbar, rutschhemmend und wischbar, mit hochgezogenem Sockel. In der schwarzen Zone ist er der Teil, der am häufigsten gereinigt wird.

Die Wehr muss jederzeit ausrücken können.

Das ist die Bedingung, unter der alles andere steht. Fahrzeughalle und Alarmweg bleiben frei, und zwar durchgehend — nicht nur nach Feierabend der Handwerker.

Praktisch heißt das: Wir arbeiten abschnittsweise statt überall zugleich, lagern Material außerhalb der Halle und räumen die Wege täglich, nicht am Ende der Woche. Wenn die Umkleide für ein paar Tage nicht nutzbar ist, richten wir vorher eine provisorische ein, statt es darauf ankommen zu lassen.

Was das an zusätzlicher Bauzeit bedeutet, sagen wir Ihnen vor der Beauftragung. Eine Woche mehr, die man kennt, ist einfacher zu vertreten als eine Woche, die überrascht.

Innenausbau im Bauzustand: Ständerwerk teilweise beplankt, Leerrohre und Steckdose gesetzt, Bodenschutzvlies ausgelegt
Abschnittsweise arbeiten — Gestaltungsbeispiel

Fragen aus Kommunen

Unser Haus hat nur eine Umkleide. Geht das überhaupt?

Oft ja, aber selten ohne Eingriff. Manchmal reicht eine Trennwand mit zweitem Zugang, manchmal muss ein Nebenraum umgewidmet werden. Beim Ortstermin sehen wir uns den Weg aus der Fahrzeughalle an und zeigen Ihnen im Grundriss zwei Varianten mit dem jeweiligen Aufwand. Danach entscheiden Sie mit Zahlen statt mit Gefühl.

Müssen wir das ausschreiben?

Das richtet sich nach dem Auftragswert und nach Ihrer eigenen Vergabeordnung — beides wissen Sie besser als wir. Viele Maßnahmen im Feuerwehrhaus liegen in der Größenordnung, die eine Direktvergabe zulässt. Falls eine Tariftreueerklärung nötig ist, bringen wir sie bei, auch für eingesetzte Nachunternehmer.

Den Kostenrahmen bekommen Sie nach Gewerken gegliedert, sodass er sich ohne Umbau in eine Beschlussvorlage übernehmen lässt. Sagen Sie beim Ortstermin, dass Sie ihn dafür brauchen.

Wir brauchen es zum Jubiläum fertig.

Dann planen wir rückwärts von diesem Datum und sagen Ihnen beim Ortstermin, ob es trägt. Wenn nicht, sagen wir das ebenfalls — lieber ein ehrliches Nein als ein Termin, der im Juni platzt.

Machen Sie auch Bauhöfe und Bürgerbüros?

Ja, es ist dieselbe Arbeit mit anderen Anforderungen: Aufenthalts- und Umkleideräume im Bauhof, Empfang und Beratungsplätze im Bürgerbüro, Vereins- und Versammlungsräume in Bürgerhäusern. Der Ablauf und der Ansprechpartner bleiben dieselben.

Auch Schulen, Kitas und Verwaltung.

Verwandte Auftraggeber, verwandte Abläufe — und dieselbe Frage nach dem Zeitfenster.

Schulen · Kitas · Verwaltung und Büros · Pflegeeinrichtungen

Klassenraum mit Einzeltischen in Reihen, Wandschrankzeile und Akustikdecke
Klassenraum — Gestaltungsbeispiel