Bestattungsinstitut

Bestattungsinstitut einrichten: Räume, die nichts verlangen.

Abschiedsraum, Beratung, Empfang und Arbeitsbereiche — geplant und gebaut über einen Vertragspartner. Wetzlar, Gießen, Marburg und 100 km Umkreis.

Abschiedsraum mit drei Stuhlreihen, niedrigem Podest, Wand aus warmen Eichenlamellen mit indirektem Licht und hohem Fenster mit Leinenvorhang
Gestaltungsbeispiel

Der Abschiedsraum ist der einzige Raum, den niemand freiwillig betritt.

Wer hier hereinkommt, hat den schlechtesten Tag seines Lebens. Der Raum muss deshalb nichts leisten außer einem: nicht im Weg sein.

Das klingt nach wenig und ist die schwierigste Aufgabe in diesem Beruf. Ein Raum, der gestalten will, drängt sich auf. Einer, der vernachlässigt wirkt, kränkt. Dazwischen liegt ein schmaler Bereich, in dem alles zurücktritt: gedämpftes Licht ohne Blendung, warme Materialien ohne Muster, Akustik, die Stimmen weich macht statt hallen zu lassen.

Baulich sind es vor allem drei Dinge. Licht — indirekt, warm, dimmbar, keine Punktstrahler, die Schatten in Gesichter werfen. Akustik — ein harter Raum verstärkt jedes Geräusch, und wo geweint wird, ist Hall unerträglich. Wege — es muss einen zweiten Zugang geben, damit Angehörige und Personal sich nicht im Türrahmen begegnen.

Dazu kommt die Frage nach der Weltanschauung: Der Raum sollte für jede Form des Abschieds funktionieren. Das heißt in der Praxis, auf feste Symbolik zu verzichten und stattdessen eine Fläche vorzusehen, die sich je nach Anlass ausstatten lässt.

Was vor der Planung feststehen muss

Sieben Punkte, die den Grundriss bestimmen. Die meisten sind Wegeführung und Technik, nicht Gestaltung.

Beim Ortstermin gehen wir sie mit Ihnen durch — mit Ihren Abläufen und dem Grundriss des Objekts.

  • Getrennte Wege — Angehörige, Verstorbene und Personal sollten sich nicht begegnen. Das ist die erste Frage im Grundriss und lässt sich später kaum korrigieren.
  • Der Zugang für Überführungen — breit, geschützt vor Blicken und mit befestigtem Untergrund bis zum Fahrzeug. In Innenstadtlagen ist das der Punkt, an dem viele Objekte ausscheiden.
  • Kühlung und Versorgungsräume — Anforderungen an Temperatur, Belüftung und Abwasser bestimmen, wo dieser Bereich liegen kann. Sie stehen vor allem anderen fest.
  • Akustik im Abschieds- und Beratungsraum — nicht als Nachrüstung, sondern in Decke und Wand geplant. Es ist das Detail, das Angehörige nicht benennen und trotzdem spüren.
  • Licht in mehreren Ebenen — Grundlicht, indirektes Licht und eine dimmbare Ebene für die Aufbahrung. Eine einzige Deckenleuchte reicht in keinem dieser Räume.
  • Diskretion beim Beratungsgespräch — hier werden Kosten besprochen, während jemand weint. Der Raum braucht Abstand zum Wartebereich und eine Tür, die tatsächlich schließt.
  • Ein Ort zum Warten — nicht der Flur. Wer zu früh kommt oder auf andere wartet, sollte sitzen können, ohne im Durchgang zu sein.

Wir bauen. Den Ablauf kennen Sie.

Wie Sie arbeiten, welche Formen des Abschieds Sie anbieten und welche Vorschriften für Ihre Versorgungsräume gelten, ist Ihre fachliche Seite. Wir maßen sie uns nicht an.

Unsere Aufgabe ist die bauliche: Wege, Anschlüsse, Licht, Akustik und Oberflächen so anzulegen, dass Ihre Abläufe ungestört nebeneinander laufen. Und dass ein Raum entsteht, in dem sich niemand beobachtet fühlt.

Innenausbau im Bauzustand: Ständerwerk teilweise beplankt, Leerrohre und Steckdose gesetzt
Akustik entsteht im Wandaufbau — Gestaltungsbeispiel

Häufige Fragen

Wir haben keinen eigenen Abschiedsraum und überlegen, einen einzurichten.

Dann ist die erste Frage nicht die Gestaltung, sondern der Weg: Kommt man dorthin, ohne durch Beratung oder Büro zu gehen, und gibt es einen zweiten Zugang für das Personal. Wenn beides darstellbar ist, ist der Rest überschaubar. Wenn nicht, sagen wir das beim Ortstermin.

Können wir während des Umbaus weiterarbeiten?

In Ihrem Fall ist das keine Frage des Komforts. Beisetzungen lassen sich nicht verschieben, und eine Baustelle darf für Angehörige zu keinem Zeitpunkt sichtbar oder hörbar sein. Wir arbeiten deshalb abschnittsweise, stimmen die Termine mit Ihrem Kalender ab und unterbrechen, wenn ein Abschied stattfindet. Das verlängert die Bauzeit — was es kostet, sagen wir vorher.

Wie viel Gestaltung verträgt so ein Raum?

Weniger, als man denkt. Unsere Erfahrung aus verwandten Räumen: Was auffällt, stört. Materialien dürfen warm sein, aber ruhig; Farben gedeckt; Muster gar nicht. Was Wirkung hat, ist das Licht — und das bemerkt niemand bewusst.

Was ist mit den Versorgungsräumen?

Deren Anforderungen an Kühlung, Belüftung und Abwasser bringen Sie mit, wir setzen sie um. Was wir dazu beitragen, ist die Einbindung in den Grundriss: Diese Räume bestimmen die Lage der Anschlüsse und damit indirekt, wo alles andere liegen kann.

Verwandte Aufgaben.

Räume, in denen Diskretion und Wegeführung über die Gestaltung gehen. Der Ablauf und der Ansprechpartner bleiben dieselben.

Praxen · Pflegeeinrichtungen · Büros · Ladenbau

Empfang mit geschwungenem Tresen aus Eiche, erhöhter Ablage als Sichtschutz und abgesetztem Wartebereich hinter einer Lattenwand
Empfang mit Abstand zum Wartebereich — Gestaltungsbeispiel